gereist

Freitag, 7. Mai 2010

Zeit für Neues

Am letzten Sonntag war ich nach der Arbeit in der Schweiz. Das ist ja soo weit weg nicht von mir, zumindest, wenn das Ziel (wie da) kurz hinter dem Bodensee liegt.
Ganz kurzfristig hatte ich eine Einladung zu einer Vernissage bekommen. Ich war noch nie auf einer Vernissage, geschweige denn, dass ich eine persönliche Einladung erhalten hätte. So viele bekannte Künstler kenne ich nicht.
Aber diese Künstlerin kenne ich über die Lyrik- und Literaturseite keinVerlag.de schon einige Jahre. Wir haben uns auch schon öfter gesehen, unter anderem zu verschiedenen Lesungen, die der Grenzgänger Stammtisch auf keinVerlag.de abgehalten hat.

Ich hatte einen Mit-Fahrer gefunden, bzw. jemanden, der mich kutschiert hat und so konnte ich trotz Nachtbereitschaft in der Nacht zuvor diese Fahrt halb-spontan wagen.

Die Fahrt selbst war regnerisch und es regnete noch mehr als wir ankamen. Doch das tat der Atmosphäre im Gemeindehaus keinen Abbruch. Im Eingangsbereich erwarteten uns ca. ein Dutzend Schwemmwesen auf Metallstäben bzw. dicken Hölzern aufgestellt. Einige waren mit Gedichten versehen, alle mit Titeln.

Ein kurzes Gefühl der Enttäuschung - war das alles? Dafür die Fahrt, der Aufwand? Aber dann wurde die Ausstellung auch schon von der Kulturbeauftragten der Gemeinde eröffnet.
Ein feines Schyzerdytsch, auch wir aus Deutschland konnten alles verstehen. Und wir erfuhren von Kirsten, die danach sprach, dass sich die Ausstellung auf das gesamte Gebäude erstreckt, man sie regelrecht begehen kann.

Und das taten wir auch. Stufe für Stufe die Treppe hinauf. Langsam. Stehen bleiben. Betrachten. Nachdenken - und dann Reden über das Gesehene, Empfundene. Paßt der Titel zu der Figur? Was sehe ich darin? Was andere? Hin und wieder hätten wir einzelnen Exponaten andere Titel, Beschreibungen gegeben und ich erfuhr später, dass nicht alle Werke von Beginn an so gedacht waren. Manche Arrangement wurde von den räumlichen Begebenheiten diktiert, so dass neue Aussagen entstanden, die die ursprünglich gedachte Bedeutung eines Werkes veränderte oder überstieg.

Immer wieder neu ein Innehalten im Weitergehen. Staunen, Schmunzeln (so z.B. über die Figur "Vernunft" an der Tür der Damentoilette - was soll uns das sagen? ;) ) - und dann plötzlich auch eigene Worte, ein kleines Gedicht zu einem Schwemmwesen, das die Seele trifft und Gedanken auslöst.
Hinterher habe ich die entstandenen Gedankentexte Kirsten gezeigt und von ihr gehört, dass ich damit ihre Intention ziemlich genau getroffen habe. Ein schönes Gefühl. :)

Ca. 30 - 40 Leute waren bei der Vernissage zugegen, es herrschte eine lockere, angeregte Atmosphäre und die Schwemmwesen fanden viel Anklang.

Nach dem Ende der Veranstaltung waren wir dann mit einigen weiteren Leuten noch bei Kirsten und haben geplaudert - auch dort war schön, wie locker und leicht Begegnungen sein können.

Auf der Rückfahrt regnete es immer noch. Aber irgendwie war mir, als ob innen die Sonne schiene. Jedenfalls klingt das Erlebte immer noch in mir nach - es sind helle Erinnerungen - und ich sehe, auch ohne die Augen zu schließen, die Schwemmwesen an den Wänden hängen und auf Betrachter warten.

Dienstag, 2. März 2010

Unterwegs

Inzwischen gab es eine weitere längere Fahrt: Anfang Februar war ich für sechs Tage unterwegs in Berlin. Dort habe ich meine Mutter besucht, wieder ohne Familie.
Es war schön, nur Mutter und Tochter.
Wir haben in ihren Lebenserinnerungen gekramt. Zu ihrem 70. Geburtstag im letzten Jahr hatten wir ihr ein Buch geschenkt, in dem Großeltern für die nachfolgenden Generationen ihre Erlebnisse, wichtige Ereignisse, Erkenntnisse - einfach all das, was einem im Laufe eines Lebens wichtig wird und das man gerne erzählt und weitergibt - aufschreiben kann.
Sie hatte mich schon länger gebeten, ihr beim Schreiben und Formulieren zu helfen. Ein erster Versuch im letzten Jahr November platzte, weil ich kurz vor der Fahrt krank wurde.
Aber diesmal hat es geklappt.
Jeden Tag saßen wir einige Stunden - ich am PC, sie neben mir. Sie erzählte und ich habe, wie es kam, in den PC mitgetippt. Keine ausgefeilten Sätze, dafür sehr authentisch und unmittelbar.
Einmal durch das ganze Buch. War schön und intensiv im Miteinander.

Aber wir haben nicht nur erzählt und getippt. An einem Tag war ich bei meinem Onkel, der seinen Geburtstag mit einem Brunch feierte. Sehr schön und lecker! Über eine Nacht habe ich meine Freundin in der Nähe von Berlin besucht, viel erzählt und einfach das Vertrautsein genossen.
Und am letzten Abend war ich mit meiner Mutter im Theater in der "Kommödie am K'damm" in Gut gegen Nordwind. Mir hat das sehr gut gefallen. Vor längerer Zeit hatte ich das Buch schon mal gelesen und sehr gemocht. Und es war ewig her, dass ich zuvor das letzte Mal im Theater war. Die Schauspieler haben das Stück für meine Begriffe grandios umgesetzt. Ich habe es sehr genossen. :)

Dienstag, 26. Januar 2010

Vier Tage

frei, vier Tage unterwegs zum und im Ruhrgebiet.
Über 1000 km mit dem Auto. Wieviele Stunden insgesamt, das habe ich gar nicht gezählt. Ich habe Freundinnen besucht, die ich allesamt aus dem Internet und über das Schreiben kennengelernt habe. Alle kannte ich auch schon von früheren Begegnungen und so war es jedes Mal ein fröhliches Wiedersehen.

Ich habe es sehr genossen, so unterwegs zu sein. Bis auf den Tag der Rückfahrt war auch das Wetter gut zum Fahren. Und zum ersten Mal hatte ich eine elektronische Begleiterin, die mir gesagt hat, wo ich hin muss.
Bisher war es mein Ehrgeiz, immer ohne Navi überall anzukommen. Wegbeschreibung bzw. Karte und Orientierungssinn haben auch immer ausgereicht, um meine Ziele zu erreichen.
Aber dies Hin- und Her im Ruhrgebiet, wo eine Stadt in die andere übergeht und es Autobahnen, Kreuze, Abfahrten... noch und nöcher gibt, war mir mit Unterstützung dann doch lieber.
Und ich muss sagen, dass ich wirklich sehr entspannt überall angekommen bin. Manchmal hat mich die Dame zwar genervt, wenn sie mich auf Geschwindkeitsüberschreitungen hingewiesen hat ;) oder sie mich (auf der Heimfahrt) unbedingt eine andere Strecke führen wollte als ich wollte.
Aber darüber hab ich mich dann einfach hinweggesetzt. Nur weil ich den Navi habe heißt das ja nicht, dass ich nicht mehr selbst weiß, wo ich lang will. ;)

Im Ruhrgebiet selbst war ich dann auch mit den Freunden unterwegs. So z.B. auf dem Tetraeder in Bottrop und in der Sternstundenausstellung im Gasometer/Oberhausen. Außerdem war ich im größten Einkaufscenter Deutschlands und hab beschlossen, dass ich da mit meiner Tochter noch mal hin muss. :) Mal sehen, wann das klappt.

Die nächste Fahrt steht auch schon an für Anfang Februar. Dann geht es nach Berlin, was ich schon im letzten November vor hatte. Da wurde ich dann aber krank und musste die Fahrt verschieben. Die Fahrt werde ich aber mit dem Zug machen. Das hat auch seine Vorteile.

Mein Buch


Einmal nur den Himmel berühren

nähere Infos, Bestellungen bitte per Mail an claire punkt delalune ät arcor punkt de

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